BACnet und seine Bäcker

02 11 2005

Wie ich gestern abend so den Softwareteil meiner Diplomarbeit fertiggestellt hatte, kamen mir wiedermal einige Bedenken zu dem ganzen Vorhaben. Der ziemlich abgefahrene Titel, den sich übrigens Jens ausgedacht hat, lautet:

[PDF] Datenbankgestütztes Entwicklungstool für den Import und die Verwaltung von Datenpunkten in der Projektierungsphase von Gebäudeautomationssystemen am Beispiel einer BACnet Implementierung.

Dabei wird mal wieder eine gute neue Technologie in alte Denk- und Handlungsstrukturen gezwängt.

Das für mich bedeutendste und herausragende an BACnet ist, das es objektbasiert ist. Damit wird die Realität in vielen Belangen wesentlich logischer, schlüssiger und greifbarer abgebildet. So wird ein Objekt über seine Eigenschaften definiert, welche bestimmte Werte annehmen können.
Warum muss dieses tolle Objekt nun wieder über einen BACnet/OPC-Server in eine schnöde Variablenliste zerlegt werden?
Ich kann ja verstehen, dass es für die Anbindung von Altanlagen oder Fremd- bzw. Mischsystemen notwendig ist. Aber anstatt sich darüber zu streiten wer BACnet nativer unterstützt, sollten die Softwarehäuser und Hersteller lieber einmal ihre Datenbanksysteme entmotten und auf Objekte umstellen, bzw. sofern schon geschehen endlich BACnet anbinden.
Solange die Datenbank hinter der Visualisierungssoftware die Objekte wieder zerpflückt, hat kein Hersteller die Idee von BACnet vollständig erfasst und umgesetzt.
Und mal ehrlich, eine variablengeführte Visualisierungssoftware ist im Angesicht von modernen objektbasierten Softwaretechniken nicht mehr adäquat und spiegelt den desolaten Zustand der Software und ihrer Technik in der Gebäudeleittechnik wieder.



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